Eine rote Hose, ein gelbes Shirt und rote Haare – das ist der kleine Kobold aus der deutschen Hörspiel-, Buch- und Fernsehserie “Pumuckl”, die zum Teil auch animiert ist. Mit einem überdimensionalen Bäuchlein und einem großen Kopf treibt der Kobold bei seinem Schreinermeister Eder in der Werkstatt sein Unwesen und spielt Freunden und Bekannten des Meister Eders zahlreiche Streiche.
Ein eingespieltes Team
Seitdem der rothaarige Kobald an einem Leimtopf in der Werkstatt des Meister Eders hängen geblieben und dadurch sichtbar geworden ist, wohnt er bei ihm. Durch ein Koboldsgesetz ist er dazu verpflichtet, bei demjenigen zu bleiben, der ihn einmal real und in Farbe gesehen hat. Auch wenn sie sich oft streiten und der Kobold unzählige Streiche spielt, die den Meister Eder oft ganz schön in Verhängnis bringen, haben sich die beiden gut aneinander gewöhnt. Der alte Junggeselle und Schreiner ist froh, nicht mehr alleine zu sein und freut sich wohl auch über ein bisschen Abwechslung und den frischen Wind, den der Kobold in sein Leben bringt. Langsam gelangt der Kobold für den Meister Eder in die Rolle eines Kindes, das er zu erziehen versucht und in prekären Situationen aber auch umsorgt wie einen wahren Sohn.
Der Pumuckl liebt das Dichten und das Aushecken von Streichen. Und damit ärgert er die ganze Münchner Nachbarschaft des Meister Eders. Dazu gehören zum Beispiel die Putzfrau Frau Eichinger sowie Eders Stammtischkollege Schorsch Bernbacher mit seiner Frau. Insgesamt gibt es 88 Folgen mit dem Pumuckl, der durch die charakteristische und markante Stimme von Hans Clarin vertont wurde.
Folge 70: Pumuckl hütet Fische
Als der Meister Eder beispielsweise von seiner Putzfrau Frau Eichinger, die im Vorderhaus wohnt, darum gebeten wird, sich während ihres dreitägigen Besuches bei ihrer Tochter um ihre Zierfische, die Pflanzen und einen Kanarienvogel zu kümmern, ist das für Pumuckl schon wieder das nächste gefundene Fressen. Er lässt keine Möglichkeit aus, seine Streiche zu spielen, was den Meister Eder aber oft wahrlich in prekäre Situationen bringt und diesen oft vor echte Probleme stellt. Als sie gemeinsam in der Wohnung von Frau Eichinger sind und der Pumuckl feststellen muss, dass die Fische ja nicht einmal eine Wurst zum Essen bekommen, klaut Pumuckl aus Eders Kühlschrank eine Scheibe Wurst und wirft sie den Fischen ins Aquarium. Am nächsten Tag schwimmt der erste Fisch mit dem Bauch nach oben und dem Meister Eder ist klar, dass dies nur wieder er gewesen sein kann. Doch davon nicht genug. In der gleichen Folge spielt Pumuckl mit dem Kanarienvogel und rüttelt dabei so lange am Käfig, bis dieser darauf entweichen kann. Pumuckl ist ganz aufgebracht, flieht aus der Wohnung und hält nach einem Ersatz für den Kanarienvogel Ausschau. Als der Meister Eder in die Wohnung kommt, sehen Frau Eichingers Pflanzen aus, als wären sie Pflanzengift zum Opfer gefallen, doch war es nur der Kanarienvogel, der daran genagt und nach Futter gesucht hat. Eder gelingt es, diesen zurück in den Käfig zu locken und im gleichen Moment steht Frau Eichinger in der Tür, die spontan früher zurückgekommen ist.
So wie dieses Happy End nimmt eigentlich jede Folge ein gutes Ende, nicht aber ohne damit eine gewisse Moral mitzubringen. Der Pumuckl nimmt aus jedem Streich eine neue Erkenntnis mit, wodurch der Comic Pumuckl von vielen Eltern als pädagogisch sehr wertvoll erachtet wird.