Die wohl berühmteste Maus der Welt, Mickey Mouse (deutsch: Micky Maus), erblickte 1928 das Licht der Zeichentrickwelt. Erschaffen wurde Mickey Mouse von Walt Disney (1901-1966) und dem Trickfilmzeichner Ub Iwerks (1901-1971). Ab dem 18. November 1928 eroberte die Zeichentrickfilm-Maus, die mit dem Film „Steamboat Willie“ ihr Debüt gab, zunächst die Kino-Leinwänder der Vereinigten Staaten von Amerika und schließlich der ganzen Welt.
Entstehung der Comics
Nach dem großen Kinoerfolg dauerte es nicht lange, bis Micky Maus auch als Comicfigur erschien. Die ersten Comicstrips erschienen am 13. Januar 1930 in verschiedenen Tageszeitungen der USA und fanden schnell ein begeistertes Millionenpublikum. Zu den wichtigsten Zeichnern der Micky Maus-Strips gehörte Floyd Gottfredson (1905-1986), der wichtige Figuren wie Minni Maus, Goofy und Kater Karlo aus den Zeichentrickfilmen übernahm, aber auch neue wichtige Charaktere wie Kommissar Hunter, Gamma und das Schwarze Phantom einführte.
Ab den frühen 50er Jahren gewannen die Comic-Alben mehr und mehr an Bedeutung. Zu den wichtigsten Comic-Zeichnern von Micky Maus-Geschichten gehörte Paul Murry (1911-1989), der 1950 seine ersten großen Micky Maus-Stories herausbrachte. Seine Geschichten „The Mystery of the Double-Cross Ranch“ und „The Ruby Eye of Homar-Guy” wurden zu frühen Meisterwerken des Genres. Ab 1953 erhielt Murry eine feste Micky Maus-Serie, die er zusammen mit den Texter Carl Fallberg entwarf. Darin erlebten Micky Maus und sein tollpatschiger Freund Goofy allerlei Abenteuer rund um den Erdball und gerieten dabei häufig an Gangster wie Kater Karlo, die ihnen das Leben schwermachten. Auch Mickys treuer Hund Pluto spielte in der Serie eine wichtige Rolle.
Micky Maus in Europa
Nach dem 2. Weltkrieg trat Micky Maus auch seinen Siegeszug nach Europa an. Da dort die Nachfrage nach Walt Disney-Comics immer größer wurde, ging man dazu über einen Großteil der Comics in Europa zeichnen zu lassen. Zu den bekanntesten europäischen Zeichnern wurde dabei der Italiener Romano Scarpa (1927-2005), der ab 1956 damit betraut wurde die Geschichten von Floyd Gottfredson fortzusetzen. Darüber hinaus erfand Scarpa neue Figuren wie Atömchen oder Kater Karlos dicke Freundin Trudi. Mit den Lustigen Taschenbüchern erschien eine populäre Comic-Reihe, in der Micky Maus bis heute, neben der Familie Duck, zahlreiche Abenteuer erlebt. In der heutigen Zeit werden in den USA kaum noch Micky Maus-Comics produziert. Diese werden vor allem in Italien und Dänemark hergestellt.
Micky Maus in Deutschland
1951 fanden die Micky Maus-Comics auch den Weg nach Deutschland, wo der Ehapa-Verlag die Zeitschrift „Micky Maus“ herausbrachte. Maßgeblich prägend für die deutschen Micky Maus- und Donald Duck-Geschichten wurde die deutsche Übersetzerin Erika Fuchs (1906-2005), die bis ins Jahr 1988 Chefredakteurin der Comicserie war und so berühmte Comic-Sprüche wie „Ächz“ „Puh“ „Keuch“ „Seufz“ oder „Stöhn“ erschuf.