Comics

Was ist ein Comic?

Comics sind eine spezielle Form von bildender Kunst in Verbindung mit Literatur. Es handelt sich hierbei um eine Sequenz von gezeichneten Bildern, die eine Geschichte erzählen bzw. eine Handlung beschreiben. Mindestens zwei Bilder beinhalten eine Information und wollen eine spezielle ästhetische Wirkung auf den Betrachter ausüben. Kurze, erzählende Texte sowie wörtliche Rede verdeutlichen neben der darstellenden Technik den Inhalt des Comics. Der zu einem Comic gehörende Text steht meist entweder über oder unter den Bildern beziehungsweise wird mittels Sprechblasen direkt ins Bild gesetzt. Die Sprache des Comics ist einfach und als umgangssprachlich zu bezeichnen. Lautmalende Wörter gehören ebenso zu einem Comic wie Inflektive, also unflektierte Verbformen.

Comic-Kunst ist als eine eigenständige Kunstform zu verstehen, die auf eine lange Tradition zurückzuführen ist. Ursprünglich stammt die englischstämmige Bezeichnung „Comics“ von „comic strip“ ab, was übersetzt so viel wie „komischer Streifen“ bedeutet. Comics müssen aber keineswegs immer einen komischen Inhalt haben.

Seit wann existieren Comics?

Einige behaupten, dass der Ursprung des Comics bereits in der Antike zu finden ist. So fand man vor über 3400 Jahren Malereien in einem Grab, die als Bildfolge die Ernte sowie die Verarbeitung des Getreides darstellten. Eine ähnliche Form von Bildergeschichten ist auch auf der Trajanssäule in Rom zu finden, die 113 nach Christi eingeweiht wurde. Die ägyptischen Hieroglyphen hingegen können nicht als Vorformen der Comics betrachtet werden, da sie mit ihren Bildern keine direkten Handlungen oder Gegenstände darstellen wollten sondern für einzelne Laute standen.

Wo fand man Comics?

In Europa kann man beispielsweise den berühmten Teppich von Bayeux, der im Hochmittelalter in Frankreich entstand, und der die Eroberung Englands darstellte, als eine Art frühe Vorstufe des Comics bezeichnen, da hier Text und Bild in erzählender Kombination stehen. Auch vielen Altarbildern oder Fenstern in Kirchen werden comichafte Elemente zugeschrieben. Ursprünglich waren sie gedacht, der meist analphabetischen Bevölkerung bestimmte Erzählungen zu vermitteln. Die hierbei häufig zu findenden Spruchbänder, die von den handelnden Personen in den Händen gehalten werden, lassen einen Vergleich mit den heutigen Sprechblasen zu. Auch in Japan sind frühzeitliche Comicformen zu finden. So zeichneten beispielsweise bereits im 12. Jahrhundert Mönche religiöse Bildabfolgen auf Papierrollen. Der im 18./19. Jahrhundert lebende Holzschnittkünstler Hokusai prägte den heute bei uns geläufigen Begriff des „Mangas“, welcher in Japan für „Comic“ steht.

Welche Entwicklung nahm der Comic?

Aus dem Ende des 18. Jahrhunderts stammt der Begriff „Comic“, wo in etlichen britischen Witz- und Karikaturblättern meist humoristische kurze Bildgeschichten – so genannte Comics – zu finden waren.

Mitte des 19. Jahrhunderts verwendete erstmals Rodolphe Töpffer einen Panelrahmen. Zur gleichen Zeit waren in den USA kurze Comicstrips in Zeitungen zu finden. Auch Wilhelm Buschs Bildgeschichten entstanden zeitgleich.

Das Comic-Heft – eine längere Geschichte in Comic-Form, die sich manchmal auch aus mehreren Fortsetzungsgeschichten zusammensetzte – wurde in Frankreich und Belgien entwickelt. Zu den bekanntesten zählen „Tim und Struppi“ von Hergé.

Auch Amerika brachte bald Comic-Hefte heraus. Hier entstanden „Tarzan“ und „Prinz Eisenherz“. Die wohl bekanntesten Comicfiguren sind noch bis heute die Walt Disney Kreationen. Micky Maus und Donald Duck ließen mit ihren Abenteuergeschichten in Form eines Comics so manches Kinder- aber auch Erwachsenenherz höher schlagen.

Ab 1938 entwickelte sich in den USA ein wahrer Boom der Superhelden wie Superman etc. in Comics. Hierdurch verschob sich die Zielgruppe wohl endgültig vom Erwachsenen zum Jugendlichen beziehungsweise zum Kind.

Die japanischen Mangas wurden besonders in den Neunziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts auch außerhalb der Japanischen Grenzen berühmt. Reihen wie Dragonball und Sailor Moon waren im Munde aller Kinder.

Die bis heute wohl erfolgreichste deutsche Comic-Serie ist „Fix und Foxi“ von Rolf Kauka, die ab 1953 erschien.


Comics heute

Tat man Comics lange Zeit als trivial ab, so kommt man immer mehr dahinter, dass Comics die Phantasie der Leser – und speziell heute der Kinder und Jugendlichen – anregen und eine Art „Kopfkino“ entstehen lassen.
Comics erfordern von ihren Zeichnern nicht nur ein großes zeichnerisches Talent, vielmehr müssen sie über dramaturgische Techniken Bescheid wissen und diese gekonnt anwenden und zeichnerisch umsetzen können.
Während früher Comics lediglich in Zeitungen oder in Heftchenform erschienen, sind sie heutzutage bereits in umfangreicher Buchform zu finden. Comics werden für Kinder, Jugendliche aber auch wieder für Erwachsene – beispielsweise „Werner“ – gemacht.